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PARADISE LOST - INSTALLATIONEN


everything just memories

Mein derzeitiges Schaffen steht unter der Prämisse der Wiederent- deckung der Ideale der Renaissance. Ich stelle die Natur in den Mittelpunkt der intensiven Betrachtung. Die Naturstudien von Albrecht Dürer und Zeitgenossen entstanden aus wissenschaftli-

chem Interesse an der Natur.
Meine Naturstudien sind durch Emotion und Bewunderung geprägt.
Meine neuesten Arbeiten sind stark vergrößerte, detaillierte und sehr zeitaufwändige Zeichnungen mit Buntstift, Kohle, Wachsstift und Bleistift von Blumen, Blütenständen und Samen, deren überaus realistische Ausführung durch dynamisches Übermalen und Über- zeichnen quasi zerstört wird. Diese destruktiven Gesten versinn-bildlichen das irrationale Zerstören der Natur durch den Menschen.
Ich betrachte diese Werke als Dokumentation der jetzigen Flora, die wir Menschen systematisch reduzieren und letztendlich ausrotten werden. Es sind bewundernswerte Teile der uns umgebenden Natur, unser aller Lebensraum.

 

Der Mensch vernichtet sehenden Auges seine eigene Lebensgrundlage. Gier, Egoismus und Machthunger vernichten Flora und Fauna und letztlich seine eigene Gattung.


Mit meinen Bildern möchte ich die Ästhetik unserer Natur aufzeigen, die Schönheit einer einzelnen Blüte, die innewohnenden Kräfte selbst im kleinsten Samen.


Wir Menschen müssen wieder unsere Natur lieben lernen, denn nur das, was wir wirklich lieben, schützen wir auch.


Die Gier nach Reichtum muss künftig nicht der materielle Wert im Sinne von Geld sein, sondern im Sinne der Gier nach Reichtum einer intakten Natur.
 

Die Darstellung der betreffenden Blume halte ich in beabsichtigter Weise  in sehr reduzierter Art, fast wie ein Piktogramm ähnlich der Höhlenmalerei. Die reale Abbildung interessiert mich hierbei nicht. Dafür stehen meine aufwändigen Zeichnungen. Die angedeutete lineare und nur flächig ausgemalte Blume – egal ob Rose, Seerose, Veilchen, Gänseblümchen, etc. – soll als Relikt vergangener Zeiten, quasi als diffus hingehauchter Eindruck wirken. Ihre lediglich auf die Form reduzierte Darstellung – schnell und nervös hingepinselt, ängstlich, den vernebelten Erinnerungsfetzen vergangener Zeiten im Kopf zu behalten – wird nur knapp mit noch vorhandenen Farberinnerungen ummalt und ausgefüllt. Die Leinwand soll sichtbar bleiben, um die Leere, die sich allmählich im Gehirn einfrisst,  zu verstärken. Wenn ich von Leere spreche, so meine ich eine fiktive Panik vor dem Verlust an Arten- vielfalt. Viele Blumen, bzw allgemein Pflanzen werden in einigen Jahrzehnten unwiederbringlich verschwunden sein. Ein vernebelter idealer Gedanke an diese Pflanze wird in unseren Köpfen verbleiben. Genau diese Situation möchte ich durch meine Bilder ausdrücken.
 

Daher auch die oft gewählte Reihung, bzw Wiederholung desselben Piktogramms der Blume auf einer einzigen Leinwand. Dies verhält sich wie das Anlegen eines Insektenkastens. Die Schönheit der Insekten und Schmetterlinge werden in einem Kasten gesammelt, um sie der Nachwelt als ästhetische Naturobjekte präsentieren zu können. Ein und dieselbe Art wird aufgereiht, um kleine, eigentlich unwesentliche Unterschiede als Gattungsmerkmal zu erkennen. Auch dies steckt in meiner Art der Darstellung als Reihung.

Der Farbauftrag auf meinen Leinwänden muss folgerichtig flüchtig, also schnell erfolgen. Er darf sich nicht in Verliebtheit in die eigene Erscheinung als Farbe verlieren. Der Farbauftrag darf kein Eigen- leben führen und schon gar nicht von der Hauptgestaltung Blume ablenken. Im Gegenteil, er unter- streicht die vage Andeutung.  Räumlichkeit ist absolut
verschwunden, denn jegliche Schattengebung würde die Erinnerung als zu frisch entlarven.

Jeder noch so breite Pinselstrich, jede reduzierte Farbigkeit und jeder zittrig wirkende Strich ist lange überlegt, bevor er auf die Leinwand kommt.


 

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Im Jahr 2005 sind europaweit 19 Wiesenblumenarten ausgestorben. Durch radikales Verändern derer Lebensgrundlagen durch Menschenhand wird Vielfalt zur Einfalt.

 

Deshalb habe ich im selben Jahr sämtliche Wildblumen in Deutschland archiviert und nach ihren Farben geordnet. Ein verbindliches Farbschema mit prozentualer Einteilung wurde dazu entwickelt und festgelegt.

 

Dieses Farbschema war die Grundlage für die Leinwände der Farben der Wildblumen.

 

Es sind zahlreiche Bildvariationen zu diesem Thema entstanden.

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Der Pigmentdruck (auch Giclée-Print) ist ein Tintenstrahl-Verfahren. Kleine Farbtröpfchen werden mit Druckdüsen auf Papier geschossen und verbinden sich dort mit dem Papierträger. Ähnlich wie beim Offsetdruck werden die Farben dabei gerastert. Der Raster ist jedoch so fein, daß er mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist.

 

Für den Druck werden spezielle Pigment-Tinten verwendet. Die Farbigkeit der Tinten kommt durch die in der Tintenflüssigkeit schwebenden Pigmentpartikel zustande. Daher stammt der Name Pigmentdruck. Pigment-Tinten sind besonders lange haltbar.

 

Im Fine-Art-Druck werden zudem hochwertige Papiere eingesetzt. Sie haben eine spezielle Oberflächenbeschichtung, die die Tintentröpfchen aufnimmt, sie sind 100 % säurefrei und ph-neutral und deshalb, genau wie die Tinten, über eine lange Zeit extrem alterungsbeständig.